Am 22. April 2026 fand der Innofy Crowddialog zum neunten Mal statt – und erstmals waren dabei über 100 Teilnehmende live dabei. Ein Meilenstein für unseren jährlichen digitalen Anwendertag, bei dem Ideen- und Innovationsmanager:innen aus der ganzen Republik zusammenkommen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam voranzukommen. Rund drei Stunden geballte Praxis, ehrliche Einblicke und konkrete Lösungen. Mit dabei waren u.a. Expertinnen und Experten wie Anne Flint von der Charité – Universitätsmedizin Berlin (Leitung AG „Intelligent Patient Monitoring”) oder der Geschäftsleiter des Mittelstand-Digital Zentrums Handwerk und Referatsleiter beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Stephan Blank. Es war spannend, von diesen Experten Praxis-Insights direkt aus erster Hand mitzunehmen. Hier ist unser Rückblick.
Was die Community beschäftigt
Zum Auftakt haben wir unsere Teilnehmenden direkt gefragt: Was ist aktuell eure größte Herausforderung im Ideenmanagement? Die Antworten waren eindeutig: Die Umsetzungsdauer von Ideen belastet am stärksten (29 Nennungen), gefolgt von zu niedriger Ideenqualität (23) und zu langen Bewertungszeiten (21). Weniger Ideen einzureichen oder fehlende Motivation wurden vergleichsweise selten genannt.
Das ist eine wichtige Botschaft: Das Problem liegt seltener am Anfang des Prozesses, sondern meist in der Mitte und am Ende, also dort, wo Ideen auf Entscheidungen und Ressourcen warten.
Ähnlich deutlich war das Bild beim Thema Zeit: Auf die Frage, welcher Prozess am meisten kostet, nannten 49 Teilnehmende das Warten auf Gutachten. Weit vor Nachverfolgung (22) und Kommunikation (14).
Praxiseinblick: Wie die Charité Mitarbeitende begeistert
Den Auftakt machte Anne Flint von der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Ihr Bericht war eines der Highlights des Tages: Wie motiviert man tausende Mitarbeitende in einem der größten Krankenhäuser Europas dazu, aktiv Ideen einzureichen? Die Antwort der Charité: mit echter Präsenz, persönlichem Engagement – und ja, auch mit Socken als Aufmerksamkeit bei Stationsbesuchen. Ihre Botschaft war klar: Technologie allein reicht nicht. Es braucht Menschen, die das Thema mit Leben füllen.
Weitere Infos zu dem Man-müsste-doch-mal-Ideenwettbewerb der Charité finden Sie hier.
Herausforderungen im Ideenmanagement:
6 Themen, 6 Lösungsansätze
Im Praxisblock haben wir uns sechs konkreten Herausforderungen gewidmet, die unsere Kunden immer wieder beschäftigen:
1. Mehr Mitarbeitende einbinden und motivieren
Die Volksbank eG Hildesheim-Lehrte-Pattensen zeigte, wie ihre „InnoFactory” seit Mai 2025 mit einem konsequenten Gamification-Ansatz arbeitet: Punkte für Ideen einreichen, kommentieren, bewerten und weiterleiten – und wer am Jahresende das Level „Astronaut/-in” erreicht, verdient sich einen ganzen Urlaubstag. Entwickelt gemeinsam mit dem Betriebsrat, kommuniziert über Newsletter, Podcast und Leitfäden. Das Ergebnis: eine Plattform, die wirklich genutzt wird.
2. Bewertung und Prämienberechnung effizient gestalten
Der Weg von Excel zur integrierten Bewertung: Wir haben gezeigt, wie sich Gutachtenprozesse mit konfigurierbaren Berechnungsformeln und KI-gestützter Ersteinschätzung erheblich beschleunigen lassen – inklusive automatischer SWOT-Analyse und wirtschaftlicher Einordnung direkt in der Plattform.
Dabei schlummert hier noch viel ungenutztes Potenzial: Obwohl der KI-Einsatz in Innofy bereits heute sehr tiefgreifend möglich ist und Kunden, die ihn nutzen, durchweg positiv von den Effekten berichten, setzt mehr als die Hälfte der Teilnehmenden KI im Ideenmanagement noch gar nicht ein. Wer damit startet, profitiert – das zeigen die Erfahrungen unserer Early Adopter deutlich. Die Mehrheit wünscht sich KI als Unterstützung und möchte die finale Entscheidung in Menschenhand belassen: ein pragmatischer Einstieg, der sich in der Praxis sehr bewährt.
3. Reports für unterschiedliche Zielgruppen aufbereiten
Mit der InnofyAPI lassen sich Daten direkt in bestehende Systeme wie Power BI, SAP oder Microsoft Planner übertragen. Dominique Seydel von der Sana Kliniken AG berichtete aus der Praxis, wie sie die API nutzt, um Reporting-Prozesse zu automatisieren und unterschiedlichen Stakeholdergruppen genau die Informationen zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen.
4. Den Überblick über den Fortschritt behalten
Neue Analysemöglichkeiten für Durchlaufzeiten ermöglichen es, genau zu sehen, wo Ideen stecken bleiben – und welche Entscheidungsebene wie lange braucht. Ein einfaches, aber wirkungsvolles Instrument für alle, die Prozesse aktiv steuern wollen.
5. Die Plattform im Unternehmen sichtbarer machen
Von der Intranet-Einbindung per RSS-Feed über ein digitales Mitarbeitermagazin bis hin zur zentralen Dokumentenbibliothek: Wir haben gezeigt, wie Innofy weit über das reine Ideenmanagement hinaus zur lebendigen Kommunikationsplattform werden kann.
6. Austausch und Benchmarks finden
Das Zentrum Ideenmanagement war in diesem Jahr zwar nicht persönlich dabei, hat uns aber Folien zur Verfügung gestellt, die wir im Rahmen des Crowddialogs vorgestellt haben. Die Inhalte konnten sich sehen lassen: Vorgestellt wurden die Benchmark-Datenbank IDM BENCHMARK connect sowie ein Ausblick auf den Deutschen Ideenmanagement Report 2026. Zur Orientierung: Laut den aktuellen Kennzahlen 2025 liegt die durchschnittliche Durchlaufzeit bei 170 Tagen, die Realisierungsquote bei 46 Prozent – und jede umgesetzte Idee bringt im Erstjahr im Schnitt über 8.000 Euro Nutzen.
Externe Impulse: Von Handwerk bis KI
Stephan Blank vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gab einen faszinierenden Einblick in die Entstehungsgeschichte der Farbeimer-Kampagne – ein Paradebeispiel dafür, wie aus einem einfachen Praxisproblem eine wirksame, breit ausgerollte Innovation werden kann.
(Hier finden Sie weitere Infos zur Farbeimer-Kampagne des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.)
Christiaan Eckhart von PAWLIK Transform AG zeigte, wie Kundenbeschwerden systematisch als Innovationsquelle genutzt werden können – und warum Unternehmen hier enormes Potenzial ungenutzt lassen. Sein Kerngedanke: Eine Beschwerde ist kein Problem, das es zu managen gilt, sondern ein Wertimpuls, der den Weg zu einer besseren Kundenlösung weisen kann – wenn man ihn richtig liest und in den richtigen Prozess überführt.
Nahtlos dazu passte das anschließende Kurz-Interview mit Andreas Dallügge vom Kundenzufriedenheitsmanagement der Sparkasse Hannover. Er berichtete, wie die Sparkasse Hannover bereits seit 2021 ganz gezielt Kundenfeedback – insbesondere im Rahmen des Net Promoter Score (NPS) – innerhalb von Innofy abbildet. Rückmeldungen von Kundinnen und Kunden werden dabei strukturiert erfasst, intern sichtbar gemacht und als Grundlage für konkrete Verbesserungsideen genutzt. Ein eindrucksvolles Praxisbeispiel dafür, wie sich externes Feedback und internes Ideenmanagement sinnvoll verzahnen lassen.
Oliver Vollrath von Vend Consulting GmbH präsentierte Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie zu GenAI im Ideen- und Innovationsmanagement. Sein Fazit: Der Hype ist real, die tatsächliche Nutzung in der Breite aber noch überschaubar. Wer jetzt gezielt einsetzt, hat einen klaren Vorsprung.
Was kommt als Nächstes?
Abschließend noch ein Ausblick auf kommenden Veranstaltungen:
- 05.05.2026: Webinar „Best Practices – Ideen in der Sparkassen-Finanzgruppe” (exklusiv für Institute der Sparkassen-Finanzgruppe)
- 11.06.2026: Release Review – Vorstellung neuer Module und Funktionen
- November 2026: Vor-Ort-Workshop (in Planung)
Fazit
Der Crowddialog 2026 hat einmal mehr gezeigt: Das Ideenmanagement ist lebendig, vielseitig – und die Community, die es trägt, ist außergewöhnlich offen und engagiert. Dass wir in diesem Jahr erstmals die 100-Teilnehmenden-Marke geknackt haben, zeigt: Die Community wächst, und das Thema Ideenmanagement gewinnt weiter an Bedeutung. Die größten Hebel liegen nicht im Sammeln von Ideen, sondern in schnelleren Prozessen, intelligenter Bewertung und echter Verankerung im Unternehmen.
Wir danken allen Referentinnen und Referenten, unseren Partnern vom Zentrum Ideenmanagement und natürlich allen Teilnehmenden für drei inspirierende Stunden.
Die Aufzeichnung sowie alle Präsentationen haben wir unseren Bestandskunden über die Wissensdatenbank im Backend der Anwendung zur Verfügung gestellt.
Simon Radeck
Simon Radeck verantwortet die konzeptionelle Weiterentwicklung von Innofy, das Produktmanagement und die operative Umsetzung.

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