Aus dem Archiv: Interview mit der IHK aus Osnabrück

FAKTEN ZU CROWDFUNDING
Die erfolgreichsten Kampagnen: 
Pebble (Mai 2012, USA)
Protonet 2 (Juli 2014, Deutschland)
Die erfolgreichsten Plattformen: 
Kickstarter (April 2009, USA)
Seedmatch (März 2010, Deutschland)

Was ist Crowdfunding im Allgemeinen?

Auf einer sog. Crowdfunding Plattform können Menschen Projektideen online vorstellen und dafür von der „Crowd“ ( Masse) ggf. eine Finanzierung erhalten.
Es gibt verschiedene Arten von Crowdfunding. In diesem Artikel geht es vor allem um das reward-based Crowdfunding. Bei dieser Form erhalten die Unterstützer für ihre Finanzierung sogenannte „Rewards“ also Gegenleistungen. Diese können abhängig vom jeweiligen Projekt beispielsweise eine Danksagung in einem Filmabspann, eine Postkarte oder das eigentliche Produkt sein. Je kreativer desto besser!
Der Projektinitiator legt vor dem Start der Kampagne die Zielsumme fest, die in einem bestimmten Zeitraum gesammelt werden sollte.
Das reward-based Crowdfunding läuft meistens nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip: Wird die Zielsumme in dem entsprechenden Zeitraum erreicht, wird die Summe zur Projektfinanzierung verwendet. Die Unterstützer erhalten die Gegenleistungen, die je nach Vergütungsstufe festgesetzt sind. Kommt nicht die vollständige Summe zusammen wird das Geld auf den meisten Plattformen wieder an die Unterstützer zurückgezahlt und das Projekt kann vorerst nicht realisiert werden.

Andere Arten von Crowdfunding sind die folgenden:
– Equity-based (Anteile): Die Crowd beteiligt sich hierbei durch ihre Investitionen am Erfolg eines Projekts und erhält dafür festgelegte Anteile daran. Dieses Prinzip wird auch Crowdinvesting genannt.
– Donation-based (Dankeschöns): Bei diesem Prinzip geht es um das Spenden. Keine materiellen Gegenleistungen stehen hierbei im Zentrum, sondern allein die gute Tat. Viele humanitäre und solidarische Projekte beruhen darauf.
– Lending-based (Mikrokredite): Die Grundlage bildet hierbei ein Bankkredit. Der Projektinitiator erhält von der Crowd Geld und erstattet dieses je nach Plattform verzinst oder unverzinst zurück.

Für wen ist Crowdfunding geeignet?

Crowdfunding ist für Menschen gedacht, die für ihre Projektideen nach einer alternativen Finanzierungsquelle suchen. Für Projekte, die sonst keine Möglichkeit haben, finanziert zu werden (beispielsweise durch Banken oder andere geldgebende Institute), stellt Crowdfunding eine große Chance dar. Crowdfunding wendet sich direkt an die Öffentlichkeit, richtet sich also an eine breite Masse (die sogenannte Crowd) und kann schnell eine große Zielgruppe erreichen.
Doch nicht nur der finanzielle Aspekt spielt beim Crowdfunding eine Rolle. Auch die Möglichkeit, ein Projekt von der Idee bis zum fertigen Produkt mitverfolgen zu können, motiviert die Crowd zum Mitmachen. In gewisser Weise baut sich eine emotionale Beteiligung zu dem Projekt auf.

Was für Projekte können über Crowdfunding finanziert werden?

Laut einer Studie des ikosom (Institut für Kommunikation in sozialen Medien) ist etwa jedes zweite Crowdfunding-Projekt erfolgreich. Crowdfunding-Projekte gibt es in vielen verschiedenen Kategorien. Die meisten Projekte finden sich in den Kategorien Film und Musik, doch beispielweise auch das Crowdfunding humanitärer, solidarischer Projekte erfreut sich immer größerer Beliebtheit. In vielen Kategorien wie Mode und Sport nehmen die User mit einer zunehmenden Anzahl an Projekten teil. Besonders neue, innovative Ideen können die Crowd schnell überzeugen.
Ein Beispiel für ein erfolgreiches Projekt ist Pebble. Die Projektinitiatoren konnten die Crowd in der 37-tägigen Kampagne im April/Mai 2012 von den Vorteilen der Smartwatch überzeugen. Die geplanten 100.000 Dollar kamen bereits in wenigen Stunden zusammen, am Ende der Kampagne waren es ganze 10,3 Millionen! Fast 70.000 Menschen unterstützten das Projekt.
Doch Crowdfunding ist nicht für jedes Projekt geeignet. Themen, die die Crowd nur sehr schwer versteht, da beispielsweise viele technische Begriffe verwendet werden, können Probleme haben, genügend Unterstützer zu mobilisieren.

Mehr über erfolgreiche Crowdfunding-Projekte.

Seit wann gibt es Crowdfunding und wo hat es seinen Ursprung?

ArtistShare (Okt. 2003) gilt als erste Crowdfunding-Plattform, ohne dass der Begriff “Crowdfunding” bereits verwendet wurde. Auf der Plattform SellaBand (2006) wurde dann zum ersten Mal der Begriff Crowdfunding verwendet.
Die erste 2009 in Amerika gegründete Plattform, die sich der Crowdfunding Software bedient, heißt “Kickstarter” und ist bis heute eine der erfolgreichsten weltweit. Unglaubliche 480 Millionen US-Dollar Umsatz wurden im Jahr 2013 gemacht.
Die erfolgreichsten Plattformen im reward-based Crowdfunding sind Kickstarter und IndieGoGo. Letztere wurde 2008 gegründet und gilt als zweitgrößte amerikanische Plattform. Sie bietet unter anderem eine Vielzahl von Projekten in den Kategorien Musik, Charity, Film und vielen weiteren. Zahlen belegen das Erfolgskonzept des Crowdfundings in Amerika: 80 Millionen Dollar werden jährlich auf Crowdfunding-Plattformen gesammelt.

Mit welchen Beträgen können sich Unterstützer einbringen?

Es gibt für jedes Projekt vom Initiator festgesetzte Unterstützungsstufen (rewards). Diese sind ein essentieller Teil von Crowdfunding. Außer im Falle des donation-based Crowdfundings, wo die Crowd für ein Projekt spendet ohne eine Gegenleistung dafür zu bekommen. In den weiteren Crowdfunding-Formen zahlen die User Beiträge, die einen Gegenwert haben.
Die einzelnen Unterstützungsstufen bestimmen wie groß die jeweiligen Gegenleistungen ausfallen, die die Crowd erhält. Auch können die festgesetzten Stufen und Dankesschöns die Motivation der User fördern. Für kleine Summen wie beispielsweise 10 Euro erhalten sie eine Erwähnung auf der Projekt-Webseite, eine Postkarte oder eine Danksagung in einer anderen Form. Mit steigenden Summen erhalten sie umfangreichere Dankeschöns wie beispielsweise das Produkt selber oder sogar mehrere zusätzliche Features. Bei einem technischen innovativen Gerät beispielsweise werden die Unterstützer häufig zum Zahlen einer höheren Geldsumme verleitet, da sie das Gerät direkt kaufen können. Im Falle der Pebble Smartwatch haben fast 41.000 Menschen $115 oder mehr finanziert, um sich die klassische schwarze Pebble Smartwatch zu sichern.

Wie wird eine gute Crowdfunding-Kampagne gestaltet?

Das Wichtigste einer guten Crowdfunding-Kampagne ist die Kommunikation mit der Community. Auch eine gut geplante Marketingstrategie trägt zum Erfolg des jeweiligen Projekts bei. Die Kampagne muss ansprechend gestaltet werden. Bilder, Videos, eine Webseite und ein Blog ergänzen im besten Fall die präsentierten Informationen und motivieren die potenziellen Unterstützer zu einer Finanzierung. Laut den Crowdfunding-Statistiken von Indiegogo haben Projekte mit Pitch-Video eine 114%ige höhere Chance finanziert zu werden als Projekte ohne Video. Projekte, die von einem Team aus zwei oder mehr Leuten initiiert werden, werden zu 94% mehr finanziert als Projekte, die von einem einzigen Projektinitiator stammen.
Außerdem müssen die Internet-User regelmäßig auf dem Laufenden gehalten werden. Dies steigert das Gefühl, Teil des Projekts zu sein und dieses in gewisser Weise mitbestimmen zu können.
Es ist empfehlenswert, das Projekt zuerst im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis zu verbreiten. Wenn das Projekt bei dieser Zielgruppe auf Begeisterung stößt, hat es normalerweise Potenzial, eine größere Crowd zu überzeugen. Wird ein Projekt hingegen direkt der anonymen Crowd vorgestellt ohne bereits eine bestehende Community mobilisiert zu haben, besteht das Risiko, dass es in der Vielzahl existierender Projekte untergeht. Besonders über Social Media Kanäle kann eine interessierte Crowd schnell erreicht und mobilisiert werden. Laut Indiegogo werden Projekte, die zwischen 30 und 40 Tagen auf einer Plattform sind, am meisten finanziert.

Beispiele für erfolgreiches Crowdfunding

Erfolgreiche Crowdfunding-Projekte sind u.a. Pebble, Protonet und Star Citizen. Diese Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass sie in einer sehr kurzen Zeitspanne sehr viele Unterstützer mobilisiert haben, die das Projekt mit hohen Summen finanziert haben. Entscheidend für den Erfolg dieser Projekte waren vor allem eine gute Themenauswahl und die passende Marketingstrategie.

Welche Crowdfunding-Plattformen gibt es in Deutschland?

In Deutschland wurden 2010 mehrere Crowdfunding-Plattformen gegründet. Pling gilt als eine der ersten deutschen Plattformen, die sich der Crowdfunding-Software bedient. Startnext, MySherpas und Inkubato wurden ebenfalls 2010 gegründet. VisionBakery kam 2011 auf den Markt – nach Startnext ist sie Deutschlands zweitgrößte Crowdfunding-Plattform. Es gibt auch viele regionale Crowdfunding-Plattformen.
Ein aktueller Trend ist außerdem, dass sich immer mehr Unternehmen eine Crowdfunding-Plattform anschaffen. Vor allem im Bankensektor ist Crowdfunding schon seit längerer Zeit ein Thema. Mittels Crowdfunding Software setzen sie unternehmensinterne Plattformen an, über die die Mitarbeiter Projekte diskutieren und finanzieren können.

Mehr zum Thema Crowdfunding Software

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Pebble (Mai 2012, USA)
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Ein Beispiel einer erfolgreichen Kampagne:
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